Worum geht es?
In dem Buch “Gewaltfreie Kommunikation”, geht es darum zu lernen auf eine andere Art und Weise zu kommunizieren, als wir meist sozialisiert werden. Es geht darum, mit seinen Gefühlen konkret in Kontakt zu stehen, und auszudrücken, was man vom anderen braucht. Es geht aber nicht nur darum, dass man selbst seine Wünsche äußerst, sondern auch darum, dass man keine Wertung in seine Beobachtung hineinlegt. Statt einem “Du räumst nie die Spülmaschine aus” wird daraus eben ein “Ich habe gesehen, dass die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist, und daneben dreckiges Geschirr steht. Ich bin frustriert, weil mir Ordnung wichtig ist. Kannst du bitte die Spülmaschine ausräumen?” (Das Beispiel ist ein eigenes und sicher noch nicht so glatt, da ich darin noch nicht so geübt bin).
Es verbindet neben den eigenen Emotionen und einer neutralen Beobachtung auch sehr viel zuhören und aktives Nachfragen (insbesondere auf Gefühlsebene) und die konkrete Handlungsaufforderung einer unmittelbar umsetzbaren Handlung.
Was habe ich gelernt?
Ich habe gelernt, dass das Modell “Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch” ein Modell ist, das bereits in diese Richtung geht, aber im Vergleich zur gewaltfreien Kommunikation nur einen kleinen Bruchteil abdeckt.
Außerdem habe ich gelernt, dass eine Wahrnehmung rein faktenbasiert und ohne emotionale Aufladung wiedergegeben werden sollte. Denn ein emotionales Urteil kann die Aufnahme des eigenen Wunsches blockieren. Und, dass man zu seiner eigenen Verantwortung stehen muss (es gibt nicht “wir müssen das tun”, sondern nur ein “ich tue das, weil mir xyz wichtig ist”).
Ich habe eine Methode gelernt, wie ich besser meine eigenen Wünsche konkret äußern kann, so dass sie mein Gegenüber leichter aufnehmen und umsetzen kann. Eine Verletzlichkeit in diesem Schritt zu zeigen ist dabei in vielen Situationen notwendig.
Gedanken
Ich halte das Buch für enorm mächtig, weil es eine sehr starke grundlegende Botschaft transportiert: Wir sind als Mensch von unseren Gefühlen abhängig, und wenn man so tut, als hätte man diese Gefühle nicht, dann ist man sich in diesem Moment selbst nicht treu. Die Folgen können vielfältig sein, und eine sehr schnelle erkennbare Folge ist, dass die Kommunikation dadurch erschwert wird.
Durch die aktive Anwendung der Technik kann ich es schaffen meine eigenen Gefühle, und die Gefühle meiner Mitmenschen besser zu ordnen, und sie zu respektieren. Indem ich nachfrage und die Gefühle die ich möglicherweise verletzt sehe, benenne, kann ich meinem Gegenüber vermitteln, dass seine Gefühle ankommen, und mir wichtig sind. Mit diesem Respekt ist es im folgenden leichter eine für beide Seite passende Lösung zu finden, und miteinander fair umzugehen.
Top 3 Zitate
Was mir gefallen hat
Mit hat gefallen, dass sehr viele verschiedene Aspekte angesprochen wurden. Es waren verschiedene Aspekte, die sich ergänzt haben, und die in ihrer Ganzheit erst ein konkretes Bild geben.
Was mir nicht gefallen hat
Ein paar Grafiken zur Veranschaulichung der Zusammenhänge würden dem Buch gut tun. Dadurch, dass dieses Buch sehr Textlastig ist, es grundsätzlich um das gleiche Thema geht, habe ich mich teilweise etwas verloren gefühlt.
Notizen
Feedback Loop
Der Feedback Loop ist eine Technik, auf die ich in Andy Matuschak’s Artikel Why books don’t work - Andy Matuschak gestoßen bin. Es Soll mir helfen, mehr aus einem Buch zu lernen.
Habe ich es verstanden?
Ich habe glaube ich die grundlegende Botschaft verstanden, wenn auch noch nicht alle Aspekte davon verstanden. Die Kernbotschaft die vermittelt werden sollte habe ich glaube ich sehr gut aufgenommen.
Was mir noch fehlt ist die Anwendung der Technik in der Praxis, sowie das Verständnis der Nuancen.
Sollte ich es wieder lesen?
Ja, es ist sinnvoll. Ich wĂĽrde es gerne lesen, wenn ich mehr Erfahrung in der Anwendung der Technik habe. Dann kann ich besser die weiteren Nuancen des Textes aufnehmen, und mein eigenes Handeln besser reflektieren.
Sollte ich einen anderen Text hinzuziehen?
Ich glaube andere Texte sind dafĂĽr nicht notwendig. Es geht eher darum, dass ich Praxiserfahrung mitbringen muss.
Welche Fragen sollte ich stellen?
Welche Aspekte wende ich an? Wo bin ich einer Fehlinterpretation aufgesessen? Was möchte ich zukünftig verändern? In welchen Situationen falle ich auf welche “Falle” herein?
Wie sollte ich zusammenfassen, was ich gelesen habe?
Ich glaube dieser Artikel ist ein erster Ansatz. Ich glaube aber, dass auch eine visuelle Aufbereitung des Textes durch eine grafische Notiz meinem Verständnis des Textes gut tun würde.
Wie fĂĽhlt es sich an, etwas zu verstehen?
Die GefĂĽhle, die ich beim lesen dieses Textes habe, sind eine Kombination von verschiedenen GefĂĽhlen:
- angeregt, weil es eine Methode ist, die ich stärker in meinen Alltag integrieren möchte,
- neugierig, weil ich gespannt bin, wie die Methode meine Umgebung beeinflusst,
- berĂĽhrt, ob der dem Menschen zugewandten Art zu kommunizieren und auf seine BedĂĽrfnisse einzugehen,
- hoffnungsvoll, weil ich glaube, dass es den menschlichen Umgang verbessern kann.
Wo sind meine blinden Flecken?
Ich habe in der Anwendung der Methode noch viele verschiedene blinde Flecken. Ich habe noch nicht gelernt, meine Gefühle in der möglichen Vielfalt auszudrücken (es sind alleine 90 positive Gefühle, und 87 negative Gefühle im Buch aufgelistet).
Ich möchte noch weiter üben, meine Beobachtung von meiner Bewertung der Situation zu trennen.
Ich möchte definitiv üben, Ärger vollständig ausdrücken zu können. Das Studium des Buchs hat mir gezeigt, dass es wichtig ist, und dass es möglich ist. Und mir ebenso vor Augen geführt, dass ich mich nicht daran erinnern kann, wann ich das, das letzte Mal (vollständig) gemacht habe.