Entwicklungsplan
Ein Entwicklungsplan ist etwas, das man für sich selbst erarbeiten kann. Es hat den Ziel den eigenen Karriereverlauf besser planbar zu machen, und sich seiner weiteren Schritte bewusst zu werden. Er soll somit dabei helfen, die eigene Karriere zu fördern.
Man darf diesen Entwicklungsplan jedoch nicht als “Kochrezept” verstehen, in dem Sinne, dass er beschreibt “Ich mach jetzt noch 6 Monate diesen Job, danach mach ich jenen Job, und in 4 Jahren 3 Monaten und 2 Tagen bin ich dann CEO.”. Stattdessen ist er anders aufgebaut:
Man beginnt mit einer Standpunktanalyse (“Wo stehe ich heute?”), geht über die Zielvorstellung (“Wo will ich eigentlich hin?”), zu der Strategie (dem Weg). Er wird noch ergänzt durch die Unterstützung, und endet mit einer Erfolgskontrolle. Alles in allem folgt er somit dem klassischen PDCA Zyklus.
Beispielhafte Vorlage
1. Selbstanalyse (Status Quo)
Die Selbstanalyse ist der wichtige Startpunkt. Wenn man nicht weiß, wo man heute steht, dann weiß man auch nicht, wo man hin will.
Man kann dafür auch noch als Unterstützung ein Assessment (z.B. Harrisson Assessment, Korn Ferry Assessment, Strengthscope, …) verwenden, ich bin jedoch der Meinung, dass man es dabei nicht belassen sollte.
1.1. Aktuelle Rollen und Aufgaben
Durch das bewusste aufschreiben der eigenen Rolle und Aufgaben wird man sich darüber noch einmal bewusst. Gerade zusätzliche Aufgaben oder auch Lücken werden dadurch leicht identifizierbar.
1.2. Stärken-Analyse
Durch die Analysen der eigenen Stärken wird besser klar, wo man eigentlich hin möchte. Denn die meisten Menschen leben gerne ihre Stärken aus. Das heißt, durch das Bewusstmachen der eigenen Stärken, skizziert man bereits den ersten Weg vor.
1.3. GAP-Analyse
Die GAP-Analyse ist ein weiter wichtiger Schritt. Die Analyse der aktuell bereits vorhandenen Lücken, zeigt, an welchen Stellen man sich bereits kurzfristig verbessern kann, oder an welchen Themen man zumindest kurzfristig anfangen kann.
2. Zielsetzung (Die Vision)
Ist man überall richtig oder ist man überall falsch, wenn man sich nicht bewusst macht, wo man hin möchte? Im Kontext einer Karriereplanung ist aber natürlich das Ziel wichtig.
2.1 Kurzfristig (0-1 Jahr)
Häufig kann man bereits kurzfristig die ersten Ziele definieren und an ihnen arbeiten. Die sind dann auch deutlich weniger abstrakt als “CEO in 5 Jahren”.
Ggf. kann man zum Beispiel hier auch überlegen, wie man im Rahmen der eigenen Rolle bereits entsprechende Erfahrungen sammelt, die sich positiv auf die weiteren Ziele auswirken.
2.2 Mittelfristig (2-5 Jahre)
Die mittelfristigen Ziele sind mein eigentlicher Planungshorizont. Denn es ist in vielen Fällen der nächste größere Schritt.
2.3 Langfristig (5+ Jahre)
Die langfristigen Ziele sind mir wichtig, um zu wissen, ob mich meine Etappen meinem eigentlichen Ziel näher bringen. Das kann jedoch auch manchmal sehr abstrakt sein.
2.4 Ausschluss
Und manchmal weiß man auch schon, was es sicher nicht werden soll. Warum also nicht die Zeit nutzen und sich genau darüber bewusst werden und es niederschreiben?
3. Die Reise (Der Weg)
Learning
“Learning” bezeichnet das, was man noch an formellem Wissen aufbauen möchte, um dem Ziel näher zu kommen. Das kann ein Studium sein, oder ein Kurs, ein Zertifikat, ein Fachbuch, usw.
Doing
Das Machen (“Doing”) ist jedoch ein anderer wichtiger Baustein. Vieles des notwendigen Wissens kann man nicht einfach nur durch lesen eines Fachbuchs aneignen. Viele der wichtigen Erfahrungen sind diejenigen, die man sammelt, während man etwas in diese Richtung tut. Daher ist es wichtig, zu prüfen, was man noch zusätzlich tun möchte, welche Veränderungen in der Arbeitsaufgabe wichtig wären, ob man ggf. bestimmte Projekte übernehmen möchte, um hier die entsprechenden Erfahrungen zu sammeln.
Connecting
Das dritte wichtige Element der Entwicklung ist, dass man Netzwerke aufbaut und sie pflegt.
Denn es hilft nichts, wenn man gerne eine bestimmte Aufgabe übernehmen möchte, aber wenn die Frage gestellt wird “Wer könnte das tun? Wem trauen wir das zu?” der Name nicht fällt. Daher ist das eine wichtige Voraussetzung, um weitere Karriereschritte zu machen.
Es ist hilfreich
4. Ressourcen und Unterstützung
Kein Projekt funktioniert ohne Ressourcen und Unterstützung. Daher ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was man eigentlich zur Verfügung hat und was man braucht.
4.1 Budget
Externe Trainings, Schulungen, usw. kosten Geld. Hat man dafür etwas zur Verfügung? Ist man bereit selbst etwas hier rein zu investieren?
4.2 Zeit
Entwicklung braucht Zeit. Wie viel Zeit hat man dafür im privaten wie auch im beruflichen Kontext?
4.3 Unterstützung
*Eine der wichtigsten Aspekte ist: Welche Unterstützung hat man denn eigentlich? Wer sind die eigenen Verbündeten? Wer setzt sich für einen ein? Gibt es jemand, der wenn ein interessantes Projekt im Raum steht, den eigenen Namen fallen lässt? Sind es die richtigen Personen? Haben die Personen den Einfluss, den ich benötige? Benötige ich noch andere Unterstützung? *
5. Erfolgskontrolle & Review (Monitoring)
Einen Plan machen und sich dann nicht dran halten ist einfach… Ihn auf Erfolg zu kontrollieren und ggf. Gegenmaßnahmen einzuleiten ist nicht mehr ganz so leicht.
5.1 Meilensteine
Welche Meilensteine habe ich in meiner Karriere? Gibt es ggf. bereits sich natürlicherweise ergebene Meilensteine (z.B. Talentrunden, Zielvereinbarungsgespräche, …)?
5.2 KPIs (Key Performance Indicator)
Hilfreich ist es natürlich auch immer, wenn die eigene Karriereplanung mit KPIs verknüpft sind. Denn dann hat man einen leicht messbaren Wert, den man nicht ganz so leicht weg argumentieren kann, wenn es mal nicht so gut läuft.
5.3 Anpassung
Es ist hilfreich, wenn man auch festhält, dass man den Plan anpassen darf. Man kann dazu auch noch sehr konkret werden und ggf. festhalten wenn man schon weiß, dass bestimmte Aspekte von bestimmten Rahmenbedingungen abhängen.